Keimlexikon

Was sind Keime?

Keime sind etwas ganz Natürliches, auch wenn wir sie nicht sehen können, weil sie so winzig sind. Es gibt sie in jedem menschlichen Körper, sie leben auf der Haut, in Schleimhäuten und im Darm. Die Darmflora zum Beispiel bewohnen Billionen Keime, die dabei helfen, Essen zu verdauen, Vitamine zu nutzen und Giftstoffe harmlos zu machen. Eine gute Keimflora stärkt das Immunsystem und verhindert Krankheiten – Keime sind also nicht nur natürlich, sondern sie sind sogar wichtig für die Gesundheit des Menschen. Gleichzeitig können Keime aber auch Schaden anrichten, wenn sie zur falschen Zeit am falschen Ort sind, etwa wenn sie in eine Wunde gelangen. Wir kennen diese Keime als „Krankheitserreger“.

Was bedeutet MRGN?

Der Mensch wird (auch im gesunden Zustand) von zahlreichen
unterschiedlichen Bakterienarten besiedelt. Unter bestimmten
Bedingungen kann aus einer Besiedelung mit diesen Bakterien auch eine Infektion entstehen, die mit Antibiotika behandelt werden muss. Leider sind mittlerweile einige dieser Bakterien gegen Antibiotika resistent geworden. Sind gleich mehrere, verschiedene Antibiotikagruppen nicht mehr ausreichend wirksam, bezeichnet man dies als Multiresistenz. Um die multiresistenten Bakterien zu unterscheiden, werden dafür dann in Fachkreisen Abkürzungen geprägt, hier z. B. MRGN. Die Bezeichnung „MRGN“ steht für „Multiresistente gramnegative Stäbchenbakterien“. Das heißt, wir haben es hier nicht mit einer einzelnen Bakterienart, sondern mit einer Gruppe unterschiedlicher Bakterien zu tun, die alle ein vergleichbares Resistenzverhalten gegenüber Antibiotika zeigen. Meistens kommen diese Bakterien im Darmtrakt vor, gelegentlich finden sie sich aber auch in den oberen Atemwegen, in den Harnwegen oder auf der Haut. Je nachdem, wie viele Antibiotika-
gruppen nicht mehr ausreichend wirksam sind, werden sie in 1-MRGN bis 4-MRGN unterteilt. Klinisch bedeutsam sind hierbei nur 3-MRGN und 4-MRGN.

Was bedeutet MRSA?

Staphylococcus aureus ist ein sehr weit verbreiteter Haut- und Schleimhautkeim. Wenn das Bakterium gegen gewisse Antibiotika widerstandsfähig geworden ist wird es MRSA genannt: Multiresistenter Staphylococcus aureus oder Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Für Gesunde stellen diese Bakterien keine Gefährdung dar. Bei kranken Menschen jedoch können diese Keime massive Probleme verursachen – deshalb ist eine mögliche Übertragung mit allen Mitteln zu verhindern. Grundsätzlich besteht nämlich die Gefahr, dass diese Bakterien in den Körper gelangen und zu einer Infektion führen. Eine Händedesinfektion, besonders nach Husten, Niesen, Naseputzen und Toilettengang, trägt dazu bei, die Übertragung auf andere Personen zu reduzieren.

Welche Krankheiten können von Keimen verursacht werden?

Keime sind nicht per se gesundheitsschädlich. Sie werden zu Krankheitserregern, wenn sie sich ungewollt in die Körper von immungeschwächten Menschen einschmuggeln, etwa über offene Wunden. Dann können sie verschiedene Infektionen auslösen, beispielsweise Haut- und Wundentzündungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen. Bei geschwächten Patienten kann das zu lebensbedrohlichen
Komplikationen führen.

Das Keimlexikon haben wir zusammengestellt unter freundlicher Verwendung von Texten der Hybeta GmbH und von www.keine-keime.de