Zentralsterilisation

Blick hinter die Kulissen – Sterilität ist Alles

Das Herzstück der Hygiene: Die Zentralsterilisation

150 Liter rauschen durch den Reinigungs- und Desinfektionsautomaten im Sterilisationsbereich der ATOS Klinik Heidelberg, und das ist erst der Anfang: Nach dem eineinhalbstündigen Waschgang bei 93 Grad werden Scheren, Meißel und anderes OP-Besteck durch eine Mitarbeiterin einzeln überprüft, verpackt und dann bei konstant 134 Grad fünf Minuten lang im Vakuum sterilisiert. Wenn ein Fehler passieren sollte, bräche die Maschine sofort ab, und es müsste nochmals alles von vorn beginnen. OP-Bestecke werden regelmäßig gewartet und alle Messwerte der Maschinen von den Mitarbeitern überwacht; selbst die Falttechnik der Sterilisationstücher ist genormt. „Ich bin da sehr streng mit meinen Mitarbeitern, dass die Werte penibel eingehalten werden“, erklärt die Leiterin der Zentralsterilisation Renate Frey. Sterilität ist alles im OP.

Die Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte – umgangssprachlich der Sterilisationsbereich – befindet sich im Untergeschoss der ATOS Klinik Heidelberg, gleich neben den OPs. Vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass alles, was im OP verwendet wird, hygienisch einwandfrei und steril ist. Dafür wird eine strenge Qualitätskette eingehalten, für die sowohl menschliche Fachkenntnis als auch ein computergesteuertes Überwachungssystem die Grundlage sind. Wer in der Zentralsterilisation arbeitet, hat eine umfangreiche Ausbildung nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Sterilgutversorgung (DGSV e.V.) absolviert. Denn man muss jedes Instrument im OP kennen, seine Funktionsweise, seine Verwendung und seine Besonderheiten bei der Reinigung – und außerdem die Messwerte der computergesteuerten Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsgeräte bewerten können. Der typische Reinigungs- und Sterilisationsprozess umfasst viele einzelne Arbeitsschritte; die Arbeitsschritte der Maschinen werden anhand detaillierter Parameter dokumentiert und sorgsam von den Mitarbeitern überprüft. Nach jedem Arbeitsgang erfolgt eine Freigabe durch eine Mitarbeiterin, erst dann geht es weiter im Prozess. Ein sogenanntes Sieb für OP-Besteck umfasst eine festgelegte Sortierung von OP-Instrumenten; je nach Art der Operation ist es individuell zusammengestellt und mit einem Barcode versehen. Mit Hilfe des Barcodes, der an unterschiedlichen Stationen eingescannt wird, wird der Weg eines Siebes vom OP durch den Reinigungs und Sterilisationsprozess wieder hinein in den OP transparent und nachvollziehbar. „Das ist das wichtigste in unserem Bereich“, sagt Renate Frey, „dass die Qualitätskette nahtlos läuft und die Schritte eines jeden OP-Bestecks im Reinigungs- und Desinfektionsprozess nachverfolgbar sind.

Anna Schweingel